Kultur bewegt – Musik versteht:
Der Chengduer Wang Guangqi in seiner Wahlheimat Bonn

Samstag, 4. Mai 2019, 15 bis 19 Uhr
Argelanderstraße 33, 53115 Bonn

Zum 100jährigen Jubiläum der 4.-Mai-Bewegung in China stellen wir mit Vorträgen und Musik den Vorboten der Städtepartnerschaft vor: Wang Guangqi. Geboren 1892 in Chengdu reiste der politische Aktivist als Journalist nach Deutschland und entdeckte hier die Musikwissenschaft, mit der er China erneuern wollte. Bis zum Tod 1936 lebte er in der Bonner Argelanderstraße. Ein geselliger Empfang bildet den Abschluss des Thementags.

15 Uhr: Thementag
Christina Till, Universität Hamburg: „Aus Chengdu in die Welt: Wang Guangqi und die Jung-China-Vereinigung im Europa der Zwischenkriegszeit“
Kaffeepause
Anne Joksch: Musik auf der Guzheng (chinesische Zither)
Mariana Münning und Josie-Marie Perkuhn, OAI: „Der Beitrag des OAI zur Wang-Guangqi-Forschung“

18 Uhr: Jubiläumsfeier 50 Jahre OAI
Grußwort von Bürgermeister Reinhard Limbach
Musik auf der Guzheng
Daniel Gerichhausen, OAI: „Die Geschichte des OAI“
Sektempfang

Argelanderstr. 33, Bonn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir danken herzlich REEDER & PREUSS, die uns die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen!

Abstract:

Aus Chengdu in die Welt: Wang Guangqi und die Jung-China Vereinigung im Europa der Zwischenkriegszeit

Vortrag von Christina Till, Hamburg

Wie lässt sich eine vom Zerfall bedrohte Gesellschaft neu ordnen? Welche Rolle spielen Intellektuelle und insbesondere Studierende bei der Neuordnung von Gesellschaft und Staat? Diesen Fragen stellte sich der 1892 in Chengdu, Sichuan, geborene Musikwissenschaftler, studentische Aktivist und Journalist Wang Guangqi in seinen Betrachtungen zu China. Für die deutsch-chinesische Geschichte ist Wang Guangqi von besonderer Bedeutung. Von 1920 bis zu seinem Tod im Jahr 1936 lebte Wang in Deutschland. Vor seiner Abreise aus China war er einer der wichtigsten Akteure der Vierten-Mai-Bewegung, einer studentischen Protestbewegung, die tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft und Politik Chinas in den folgenden Jahrzehnten hatte. In Jung-China (Shaonian Zhongguo), der Zeitschrift der von ihm 1918 zusammen mit weiteren Intellektuellen in Peking gegründeten Jung-China Vereinigung (Shaonian Zhongguo xuehui), wurden Fragen aus Politik und Gesellschaft, Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften diskutiert. Hier proklamierte Wang auch die Idee der „Wiederbelebung“ des in alten Ideen verharrenden Chinas durch die Errichtung eines Jung-China. Ab 1920 publizierte er aus Deutschland und stellte seine Interpretation der „Wiederbelebung“ Chinas in vielen Artikeln und Büchern einer breiten chinesischen Leserschaft vor.

Wang Guangqis Aufenthalt in Deutschland und seine Tätigkeiten als Herausgeber und Autor wichtiger chinesischer Publikationen der Republikzeit wurden bis heute nur in Ansätzen erforscht. Die Rolle anderer Mitglieder der Jung-China Vereinigung, die ab 1920 ebenfalls in Europa studierten, für die Entwicklung seiner Auffassung von Nation, Gesellschaft und der Rolle der Intellektuellen blieb bisher unbekannt. Zum 100. Jahrestag der Vierten-Mai-Bewegung wird Christina Till in das Leben dieses außergewöhnlichen Akteurs der deutsch-chinesischen Beziehungen einführen und die Geschichte der von Wang mitbegründeten Jung-China Vereinigung skizzieren.

Musik:

Anne Joksch, Master-Studentin im Fach Sinologie an der Universität Heidelberg, setzt die musikalischen Akzente des Thementags und der Jubiläumsfeier auf der traditionellen chinesischen Zither Guzheng. Ganz im Geiste Wang Guangqis spielt sie verschiedene chinesische und deutsche Stücke, darunter auch Kinderlieder. Wang hoffte, dass gemeinsames Singen aus Kindern moderne und moralisch aufrichtige Bürger gemacht werden können.

Wang Guangqi sitzt auf dem Delfin vor der Ruine des Klosters Heisterbach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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